Rezensionen
Martin Altmeyer, Helmut Thomä (Hrsg.): Die vernetzte Seele
Martin Altmeyer, Helmut Thomä (Hrsg.): Die vernetzte Seele
Einleitend will ich kurz erwähnen, dass mein Interesse an diesem Buch von seinem Titel geweckt worden war, da ich „vernetzt“ mit „digital“ assoziiert hatte. Ich hatte nämlich vermutet, dass die Autoren sich mit unserer digitalen Welt, ganz aktuell mit der künstlichen Intelligenz und ihren Auswirkungen auf die psychische Struktur der Menschen beschäftigen. Meine Assoziation erwies sich jedoch umgehend als Missverständnis.
Zu erkennen gibt sich das Anliegen des Buches im Untertitel „Die intersubjektive Wende der Psychoanalyse“. Noch stärker pointiert, fast reißerisch klingend, überschreiben die Herausgeber ihr Vorwort zur 2. Auflage: „Modernisierung der Psyche“. Darin sprechen sie von der Notwendigkeit, dass die sich in der Krise befindende Psychoanalyse modernisiert werden müsse, indem sie Freuds Montagetheorie überwindet und über den Weg der subjektiven Wende eine Kerntheorie entwickelt.
Diese These wird in ihrer sehr ausführlichen Einleitung, der sie ein Zitat von Sudhir Kakar voranstellen („Die Psychoanalyse hat das Graben in der Tiefe übertrieben. Im Fluss des Lebens fließt alles mehr oder weniger weit oben. Die allertiefste Tiefe ist eine Illusion.“), weiter ausgeführt. Sehr entschieden treten sie darin für einen Paradigmenwechsel, also einen Wechsel anerkannter Lehrmeinungen, ein.
