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Spaltung, Entfremdung und Kultureignung – Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ – neu gelesen

Spaltung, Entfremdung und Kultureignung – Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ – neu gelesen

1932 veröffentlichte Aldous Huxley (1894 – 1963) seine Dystopie „Schöne neue Welt“. Der Titel bezieht sich in ironischer Absicht auf William Shakespeares Drama „Der Sturm“: „O Wunder! Wie viele herrliche Geschöpfe es hier gibt! Wie schön der Mensch ist! O schöne neue Welt, die solche Bürger trägt!“ (5. Akt, Vers 181–183). Im selben Jahr wurde der Roman ins Deutsche übersetzt. ( … )

Die Faszination der Leser für die dystopische schöne neue Welt spiegelt sich darin wieder, daß Huxleys Roman 2008 in der 65. Auflage erschienen ist. Huxley scheint eine Leserschaft anzusprechen, die unter dem nachhaltigen Eindruck der Selbstzerstörung zweier Weltkriege und der immer noch aktuellen Angst vor einer atomaren Bedrohung durch die Kernspaltung lebt. Inzwischen ist die Sorge um die negativen Folgen einer völligen digitalen Inbesitznahme des Menschen hinzu gekommen.

Quasi als Rettung vor der endgültigen Selbstzerstörung wird dem Leser im Roman ein Leben in einer vollkommenen formierten Gesellschaft um den Preis der Aufgabe jeglicher individueller Strebungen dargestellt. Dabei überläßt Huxley den Leser einer ihm (noch) völlig fremden Welt, in der sich menschliche Regungen umgehend als künstlich erweisen. ( … ) Huxley wählte selbst den Weg in die Mystik und den Gebrauch von psychedelischen Substanzen, um seine Erfahrungen zu erweitern.

Mit seiner Krebserkrankung konfrontiert hat er die Ausweglosigkeit des Todes zunächst verleugnet. Als ihn seine Lebenskräfte endgültig verliesen hat er versucht dem Tod durch die Einnahme von LSD eine neue Erfahrung abzugewinnen. Wir können dies so verstehen, daß er sich seine lebensbejahende Hoffnung bis zuletzt bewahren konnte.

Falls Sie der Text anspricht, können Sie ihn gern gegen einen geringen Unkostenbeitrag per Mail bestellen.

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